(Kleine) Entscheidungsschwierigkeiten

Die Studienfachwahl aus der Sicht einer Schülerin. Ein Gastbeitrag.

„Germanistik“ antworte ich ein wenig zu rasch auf die Frage, was ich denn mal studieren möchte, beziehungsweise was ich tun möchte, wenn ich „gross“ bin. Dabei bin ich mir noch gar nicht wirklich sicher. Ich mag Deutsch, keine Frage, aber wird dies meine definitive Wahl sein?

Es ist mir zur Gewohnheit geworden auf die Frage aller Fragen, nämlich die betreffend der Zukunft, die nur Erwachsene zu stellen pflegen, immer dieselbe Antwort parat zu haben. Klar, es ist bestimmt ein Zeichen, wenn es mittelmässige Lehrer nicht geschafft haben mir die Freude an Deutsch zu nehmen und ich seit neuestem in meiner Freizeit sogar an Poetry Slams auftrete.

Und dennoch muss ich mich fragen, ist es das, was ich studieren möchte? Ist Germanistik überhaupt das, was ich mir darunter vorstelle? Ausserdem gibt es noch so viele andere Möglichkeiten, die mich reizen einmal auszuprobieren. In der Schule habe ich eigentlich vielseitige Interessensgebiete, so z.B auch die Naturwissenschaften, sowie Psychologie und Philosophie. Manchmal habe ich das Gefühl, ich ruhe mich auf einem Kindheitstraum aus und vergesse dabei, weiter zu träumen.

Denn auch wenn ich etwas anderes studiere, wird mir das Schreiben, Lesen und Interpretieren immer erhalten bleiben. Ich liebe Wortkreationen, denn was gibt es Schöneres als mit Buchstaben zu jonglieren. Und ich kann mich nicht daran erinnern, jemals NICHT geschrieben oder gelesen zu haben. Diese Passion wird immer ein Teil von mir sein. Warum also nicht mal etwas Neues ausprobieren?

Verbau ich mir nicht meinen Weg, wenn ich immer bei derselben Wahl bleibe, niemals den Blickwinkel wechsle oder ins kalte Wasser springe? Ich weiss es nicht. Das Einzige, was ich weiss ist, dass ich dem Nächsten, der mir die Frage aller Fragen stellt, ganz bedächtig und auch berechtigt antworte: „Keine Ahnung, was ich mal studieren werde… Aber ich habe zum Glück noch viel Zeit es mir zu überlegen!“

 

Sarah Altenaichinger, 16, ist Schülerin am Gymnasium am Münsterplatz. In ihrer Freizeit tritt sie an Poetry Slams auf, spielt Klavier und liebt Theater. Eine Woche lang hatte sie die Gelegenheit, die Universität Basel genauer unter die Lupe zu nehmen.

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