Wie werde ich zur Lehrperson? Eine Anleitung

Bild aus Klassenzimmer mit Lehrer an Tafel
Es gibt viele Optionen als Lehrperson und genauso viele Wege dorthin (Bild: Unsplash).

Wer sich dazu entscheidet, als Lehrperson zu arbeiten, muss sich im Vorfeld einige Gedanken machen: Welche Stufe möchte ich unterrichten, welche Fächerkombinationen passen gut zusammen und was muss ich wo studieren? Ein Überblick.

Vor einer Klasse stehen, Wissen vermitteln, Elternabende durchführen, Ausflüge planen: All das und noch viel mehr gehört zum Berufsalltag einer Lehrperson. Man fügt sich in das soziale Konstrukt einer Schule ein und begleitet Kinder und Jugendliche auf einem Teil ihres Lebenswegs. In dieser Zeit kann man zu einer wichtigen Ansprechperson für sie werden und einen prägenden Eindruck hinterlassen. Sie können jene sein, die einem Jugendlichen die Motivation gegeben haben, sich mehr anzustrengen, eine Lehrstelle zu suchen oder die Absenzen in den Griff zu bekommen. Lehrer*innen sind mehr als nur Wissensvermittler: sie sind Wegbegleiter von Schüler*innen.

Wo bildet man sich aus?

Doch wie sieht der Weg bis zur vollständigen Ausbildung zur Lehrperson aus? Kommt man direkt vom Gymnasium oder hat eine Zulassung, die einem den Zutritt zu einer Universität ermöglicht, so kann man sich aussuchen, ob man an der Universität studieren oder an der Pädagogischen Hochschule (PH) seinen Weg gehen möchte.

Ist der Berufswunsch Primarlehrperson, so ist die einzige Möglichkeit, diesen zu erreichen, indem man die Pädagogische Hochschule besucht – in der Region Nordwestschweiz an der FHNW. Möchte man aber in der Sekundarstufe 1 oder 2 unterrichten, kann man seine Fächer auch an der Universität studieren.

Einzelne Fächer, welche für die Sekundarstufe 2 relevant sind, können sogar nur an der Universität studiert werden. Wie zum Beispiel Geografie, Chemie, Wirtschaft und Recht und einige weitere. Eins sei hier schon gesagt: die FHNW muss für jeden Abschluss dieser drei Stufen vorgängig besucht worden sein. Einzig die Länge des Studiums variiert.

Primar, Sekundarstufe 1 oder Sekundarstufe 2?

Entscheidet man sich dazu, an der Universität Basel zu starten und den Weg der Sekundarstufe zu gehen, so sollte man sich im Vorhinein überlegen, ob man auf der Sekundarstufe 1 oder 2 unterrichten möchte und welche Fächer einem am Herzen liegen. Der Weg im Bachelor zwischen Sekundarstufe 1 und 2 unterscheidet sich nicht gross. Es ist aber hilfreich für die Planung. Falls man sich für die Sekundarstufe 1 entscheidet, kann man ausserfakultär bereits in einem dritten Fach 22 Kreditpunkte erwerben und 8 Kreditpunkte im fachdidaktischen Bereich.

Sekundarstufe 1

Für die Sekundarstufe 1 kann man den Bachelor an der Universität Basel abschliessen und danach für den Master an die PH FHNW wechseln. Hier ein kleiner Einschub: Nur wenn man zwei Fächer studiert hat, die auch als Unterrichtsfach in der Schule vermittelt werden, ist es möglich, ohne Auflagen in den Master an der PH FHNW wechseln zu können. Dies ist zum Beispiel bei der Fächerkombination Deutsch und Französisch gegeben. Ist dies nicht der Fall, wie beispielsweise bei den Fächern Politik und Geografie, welche so nicht an der Sekundarstufe als einzelne Fächer unterrichtet werden, werden Überschneidungen der Fächer angerechnet und man kann mit Auflagen den Master machen.

Ist nur ein Studienfach vollwertig, wird dieses angerechnet und ein weiteres muss mit 22 Kreditpunkten als Auflagen zum Master erworben werden. Wobei auch hier eine individuelle Abklärung stattfindet, welche Kreditpunkte wo angerechnet werden können. Das Masterstudium dauert in Regelstudienzeit, wie an der Universität auch, zwei Jahre.

Hat man den Bachelor und den Master an der Universität abgeschlossen und möchte trotzdem auf der Sekundarstufe 1 unterrichten, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Ich absolviere einen weiteren Master an der PH.
  2. Ich erwerbe das Diplom der Sekundarstufe 2 und mache danach eine Stufenerweiterung zur Sekundarstufe 1. Diese kann ich verkürzt absolvieren, weil bereits bestandene Studienleistungen teilweise angerechnet werden können.

Schwieriger wird es dann, wenn man Wirtschafts- oder Rechtswissenschaften im Bachelor studiert hat und auf der Sekundarstufe 1 unterrichten möchte. Hier bedarf es einer individuellen Abklärung, um zu schauen, was gegebenenfalls angerechnet wird.

Sekundarstufe 2

Entscheidet man sich für die Sekundarstufe 2, sind ein Bachelor- und Masterabschluss an der Universität Basel nötig. Danach folgt ein Jahr an der PH für die fachdidaktischen Fächer. Eine Lehrperson, die die Fächer Wirtschaft und Recht am Gymnasium unterrichten möchte und selbst Wirtschaftswissenschaften studiert, muss zwingend zu Bachelor und Master noch weitere Kreditpunkte an der juristischen Fakultät erwerben.

Genauso gilt es umgekehrt: Wer Rechtswissenschaften studiert hat, muss zusätzlich noch Kreditpunkte an der Wirtschaftsfakultät erwerben. Je nach Semestereintritt dauert es ein bis eineinhalb Jahre bis zum Abschluss. Mit diesem Diplom der PH kann die Lehrperson an Maturitätsschulen unterrichten. Für den Unterricht an Berufsmaturitätsschulen muss sie zusätzliche Fächer belegen.

 

Viktoria Stauffenegger

Der Austausch mit ihren Mitmenschen ist Viktoria Stauffenegger besonders wichtig. Sie liebt es, ihre Geschichten zu hören und ist gerne mit ihren Freunden und ihrer Familie unterwegs. Sie bereist Städte, geniesst die Sonne am Meer oder treibt in der Natur Sport. All das bringt sie wieder ins Gleichgewicht und weckt ihre kreative Seite. Diese lebt sie auch in den sozialen Medien aus, schneidet Videos, schreibt Guides oder optimiert Bilder.

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