Skuba-Clinic: Kostenlose Rechtsberatung von Studierenden für Studierende

Vasco von der Skuba-Clinic bei einer Rechtsberatung | Bild: Niklas Bienbeck, Universität Basel

Auch im Studierendenleben gibt es manchmal Momente, in denen man bei rechtlichen Fragen nicht mehr weiterweiss. Hat man nicht gerade Freunde, die bereits das Jus-Studium abgeschlossen haben, wird es schwierig, eine kostenlose Rechtsberatung zu finden. Die «Skuba-Clinic» bietet eine unentgeltliche Rechtsberatung an. Die Anfragen gelangen an Anwält*innen als Lehrbeauftragte des Seminars der juristischen Fakultät.

Wenn Studierende der Universität Basel rechtliche Fragen haben, können sie sich an die studentische Körperschaft, die Skuba, wenden. Während der Vorlesungszeit werden die Fälle an Gruppen von Jus-Student*innen weitergeleitet, die unter der Aufsicht der Lehrbeauftragten die Rechtsberatungen der «Skuba-Clinic» durchführen. Einer dieser Studierenden ist Vasco. Er beriet ein Semester lang Studierende in Rechtsfragen.

Wie kann man an dieser Rechtsberatung teilnehmen?

Die Rechtsberatung ist verknüpft mit einem Seminar, welches Teil unseres Studiums an der juristischen Fakultät ist. Du schreibst deine Seminararbeit in diesem Seminar und zusätzlich bist du Teil der Rechtsberatung der Skuba. Ein Semester vorher meldet man sich an und erhält vorab die Informationen, wie das Seminar gestaltet und die Rechtsberatung aufgebaut ist. Anschliessend werden Gruppen von zwei bis drei Studierenden gebildet. Jede Gruppe kann dann selbst entscheiden, in welcher Sprache sie die Rechtsberatung führen möchte. In meiner Gruppe haben wir uns für Englisch und Deutsch entschieden. Es gab aber auch Gruppen, die die Rechtsberatung zum Beispiel auf Französisch gegeben haben.

Wann hattest du deinen ersten Einsatz als Rechtsberater?

In meinem 5. Semester, gerade zu Beginn des Semesters. Dann beginnt auch die Rechtsberatung für uns Studierende. Unsere Betreuenden haben uns per E-Mail die Fälle geschickt, die für uns machbar sind. Es sind natürlich viel mehr Fälle reingekommen, aber gewisse Fälle waren für uns Studierende zu komplex.

 Wie bist du vorgegangen, als du deinen ersten Fall hattest?

Wir haben uns auf eine der E-Mail beworben und den Fall bekommen. Danach bekamen wir alle relevanten Unterlagen: den bisherigen E-Mail-Verkehr und die Punkte, die wesentlich sind. Wir erhielten dann einen Besprechungstermin, eine Art Deadline. An diesem Termin mussten wir unsere «Findings» präsentieren können. Das bedeutet, dass wir die Frage des Klienten beantworten können muss.

Wir haben uns zuerst in die Thematik eingelesen. Danach haben wir uns getroffen, alles zusammengetragen und diskutiert, wie wir jetzt vorgehen würden. Die «Findings» haben wir dann in einem Word-Dokument zusammengefasst und unseren Betreuern zukommen lassen. Diese schauen dann nochmals drüber, was sie davon halten und ob es aus rechtlicher Sicht Sinn macht. Am gleichen Tag, an dem die Rechtsberatung stattfindet, gibt es noch ein Vorabgespräch mit dem*der Betreuer*in. Dort geht man die «Findings» nochmals gemeinsam durch und es wird nochmals besprochen, was wichtig ist und was man weglassen kann. Falls etwas falsch recherchiert wurde, wird das natürlich auch korrigiert.

Was für einen Fall hattest du damals und was konntest du daraus für dich und dein Studium lernen?

 Ich habe damals zwei Fälle bearbeitet. Beim ersten ging es um einen baurechtlichen Fall. Vor allem um Fristen und um den Instanzenzug. Unsere hauptsächliche Aufgabe war es, dem Klienten zu erklären, warum so entschieden wurde. Besonders gefallen hat mir an diesem Fall, dass wir ihn auf Englisch bearbeiten und erklären konnten. Somit konnte ich mich mit dem ganzen englischen Vokabular auseinandersetzten. Ausserdem konnte ich an diesem Fall lernen, was der ganze kantonale Instanzenzug bedeutet und somit die einzelnen Behörden kennenlernen.

Der zweite Fall war ein mietrechtlicher Fall. Dort ging es um die Corona-Massnahmen und ob man bei einer Mietwohnung den Besuch beschränken darf. Das war rechtlich gesehen für mich persönlich ein viel komplexerer Fall. Dort war mehr Recherche gefragt.

Würdest du anderen Jus-Studierenden empfehlen, solch eine Erfahrung zu machen? Was konntest du für dich persönlich mitnehmen?

Ich würde es jedem empfehlen, solch eine Chance zu nutzen. Es ist ein super Seminar, man lernt sehr viel und wird super begleitet. Es ist ein Mehraufwand, der sich aber lohnt! Ich persönlich konnte für mich mitnehmen, dass ich explizit recherchieren konnte. Auch konnte ich den Umgang mit Klienten trainieren. Im Studium ist man meist nur von angehenden Jurist*innen oder Dozierenden umgeben. Dort wird mit einer gewissen Komplexität über Themen gesprochen. Bei der Rechtsberatung lernt man, diese Komplexität auf das Level von juristischen Laien herunterzubrechen, damit die Leute den Sachverhalt verstehen.

Viktoria Stauffenegger

Der Austausch mit ihren Mitmenschen ist Viktoria Stauffenegger besonders wichtig. Sie liebt es, ihre Geschichten zu hören und ist gerne mit ihren Freunden und ihrer Familie unterwegs. Sie bereist Städte, geniesst die Sonne am Meer oder treibt in der Natur Sport. All das bringt sie wieder ins Gleichgewicht und weckt ihre kreative Seite. Diese lebt sie auch in den sozialen Medien aus, schneidet Videos, schreibt Guides oder optimiert Bilder.

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