Mit SDUBS eine nachhaltigere Uni mitgestalten

Was haben krumme Gurken, Fitnesserfolge und Firmenreports gemeinsam? Sie verkaufen sich besser mit dem Label „Nachhaltig“. Lisa Cronjäger erklärt in Ihrem Gastbeitrag, was dahinter steckt und wie du dich bei SDUBS (Students for Sustainability at the University of Basel) engagieren kannst, um unsere Universität wirklich nachhaltiger zu gestalten. 

In einem Werbespot mit dem vielversprechenden Titel „Taten statt Worte, Nr. 157“ erklären uns zwei etwa zehnjährige Kinder, eine Tomate und eine Karotte spielend, wie einzigartig nahrhaft und geschmackvoll die Gemüseprodukte der Lebensmittelmarke Ünique sind. Die angeblich so nachhaltige Besonderheit dabei: Normalerweise würden diese nicht gerade gewachsenen Lebensmittel für den Supermarkt aussortiert werden.

Biodiversität im Mikrokosmos des Supermarktregals. Natürliche Vielfalt, die durch unser Kaufverhalten nachhaltig unterstützt werden kann. Taten statt Worte! – Werbespots wie der von Coop suggerieren, dass Klimapolitik und die Aushandlung ethischer Fragen in den alltäglichen Kaufentscheidungen stattfinden.

Nachhaltigkeit als zur Schau gestellter Lifestyle? Das Gefühl der Genugtuung bei der Entscheidung für zweibeinige Rüebli? Soll das alles sein, was sich hinter Nachhaltigkeit und dem so dringend geforderten gesellschaftlichen Umdenken verbirgt?

Was kann Nachhaltigkeit im Universitätsalltag in Basel konkret bedeuten? Informationsveranstaltungen und öffentlichkeitswirksame Aktionen gab es im Frühjahrssemester so einige: Vom Sustainable University Day bis zu den Tatort Nachhaltigkeit-Wochen, von einer Installation im Kollegienhaus zum Papierverbrauch im Unialltag bis zum Mehlwurm-Falafelangebot in der Mensa. Aber was steht eigentlich hinter diesen Veranstaltungen und Gedankenanstössen?

SDUBS – die Plattform für Nachhaltigkeit
Wenn du dich auch danach sehnst, dich langfristiger mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander zu setzen, anstatt es immer nur als Label präsentiert zu bekommen, ist die Studierendengruppe SDUBS vielleicht genau das richtige. SDUBS steht für Students for Sustainability at the University of Basel. Schon seit 2012 führt die Studierendengruppe Diskussionen um Nachhaltigkeitsverständnisse, engagiert sich hochschulpolitisch und bereitet Aktionen vor.

Als neuzugezogene Doktorandin habe ich gerade erst im Mai von der Hochschulgruppe erfahren und bin beeindruckt, wie vernetzt und fest integriert SDUBS in der Hochschulpolitik ist. Mit der Fachstelle für Nachhaltigkeit und der skuba gibt es regelmässige Treffen. Im März dieses Jahres übergaben skuba und SDUBS gemeinsam ein Forderungspapier für Nachhaltigkeit an die Rektorin Frau Schenker-Wicki, die sich offen für Vorschläge und Dialog gezeigt hat.

Bei SDUBS kannst du also nicht nur diskutieren, sondern direkt aktiv werden. Vielleicht erinnerst du dich ja an den „Tritt dir deinen Smoothie-Stand“ vor einem Jahr oder hast selbst auf dem Velo für den Strom in den Mixern gestrampelt?  In den letzten Semestern hat SDUBS auch in der Lehre mitgemischt, indem einzelne Teilnehmende Onlinekurse initiierten. Wie auch immer deine Ideen und Veränderungswünsche aussehen, bei SDUBS findest du eine Plattform, bei der hochschulpolitische Diskussionen und kreative Aktionen konkret angegangen werden.

Nachhaltig handeln
Da ich nach meinem Umzug gerade noch dabei bin, Haushaltsgegenstände möglichst fair gehandelt oder aus zweiter Hand zusammenzusuchen, freue ich mich speziell auf die Hol- und Bring-Party, die für dieses Herbstsemester geplant ist. Vom doppelten Salatbesteck, über die nach deinem Geschmack zu bunten Kissen bis zum zu klein gewordenen Lieblingskleidungsstück gibt es bestimmt so einiges, was im WG-Haushalt nur darauf wartet, anderen eine Freude zu bereiten.

In den ersten Wochen des Herbstsemesters wird SDUBS auf dem Infomarkt der Universität Basel am 18. September und bei einem Informationsabend am 28. September für Fragen bereitstehen und sich auf Interessierte freuen. Ich finde besonders schön zu sehen, dass die fachlichen Hintergründe bei SDUBS so unterschiedlich sind. Natürlich engagieren sich einige aus dem Sustainable Development Masterstudiengang, die sich oft hauptberuflich mit Herausforderungen der Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Doch auch Erasmus-Studierende sind dabei und von den Geistes- und Naturwissenschaften sind gleichfalls verschiedene Fachrichtungen vertreten.

Alle Studierenden und Mitarbeitenden der Uni Basel sind willkommen mitzumachen. Bei SDUBS kannst du sicher sein, dass Nachhaltigkeit mehr als die richtige Kaufentscheidung bedeutet und bist aufgerufen, die oftmals so leer gewordene Worthülse mit Leben, Aktionen und hochschulpolitischem Engagement zu füllen.

Kontakt: sdubs@unibas.ch

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Die nächsten Veranstaltungen:
Infomarkt am 18.9 von 8:30 bis 12:15 im 1. OG des Kollegienhauses
Infoabend am 28.9 um 19 Uhr (Ort wird noch bekannt gegeben)

 

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