Bâleph – Ein Streifzug durch Basels jüdische Geschichte

Mit der App Bâleph kann man durch die Innenstadt schlendern und sich vom Smartphone etwas über die Geschichte des jüdischen Basels erzählen lassen. Ein sehr spannender Stadtspaziergang. Und das Nachmittagsprogramm für den nächsten Familienbesuch wäre damit auch schon parat.

Die Bâleph-App funktioniert ähnlich wie ein Audio-Guide im Museum: Auf einer interaktiven Karte sind 13 Stationen in der Stadt eingezeichnet. Zu jeder Station gibt es einen Infotext, den liest man entweder selbst, oder man hört ihn sich an. Zusätzlich gibt es zu jedem Thema eine Bildergalerie.

Die Tour führt hauptsächlich durch die Grossbasler Innenstadt, elf der dreizehn Stationen befinden sich in Spazierdistanz. Nur die Nummer zwölf und dreizehn sind ein bisschen ab vom Schuss, bei den Merian-Gärten und am Badischen Bahnhof, da wäre ein Velo nicht schlecht.

Man kauft sich also die App für drei Franken im AppStore /PlayStore und lädt sich zuhause die Inhalte aufs Telefon. Dann spaziert man zur ersten Station an der Grünpfahlgasse. Stehenbleiben, Audio anhören, Bilder anschauen. Dann geht’s weiter zum Münsterbergbrunnen in der Freien Strasse und so weiter und so fort. Die Tour führt kreuz und quer durch Basel und durch die Jahrhunderte. Während die Gegend beim Unternehmen Mitte im Mittelalter wichtig war, spielt der Münsterbergbrunnen während dem Sechs-Tage-Krieg in den Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts eine Rolle.

Die App-Entwicklerinnen Isabel Schlerkmann und Sabina Lutz haben beide an der Universität Basel studiert.

Die App-Entwicklerinnen Isabel Schlerkmann und Sabina Lutz haben beide an der Universität Basel studiert.

Nach der Tour sieht man altbekannte Häuser und Strassen mit anderen Augen. Weil man dann weiss, dass vis-à-vis der Safranzunft mal eine Synagoge stand; dass 1933 eine Hakenkreuzfahne am Turm des Badischen Bahnhofs wehte; dass im Sommercasino jüdische Flüchtlinge untergebracht waren; dass die Mehrheit der Flüchtlinge an der Basler Grenze jedoch abgewiesen und ihrem sehr traurigen Schicksal überlassen wurde. Oder dass Theodor Herzl im Trois Rois sein Feierabendbier trank, wenn er in der Stadt war. Aber wer war dieser grosse Mann mit dem dichten Bart schon wieder? Und was hatte er in Basel Weltbewegendes geleistet? Das App erzählt‘s, fundiert, aber ohne zu sehr ins Detail zu gehen.

Gar nicht so schlecht, die Geschichte der Häuser zu kennen, an denen man täglich vorbei radelt. Aber auch für Nicht-BaslerInnen ist der Rundgang spannend. Zum Beispiel für Mama, Papa, Oma, Opa und Geschwister, wenn sie am Sonntag zum Kaffee vorbei kommen und gerne etwas von der Stadt sehen möchten. Damit nicht alle Familienmitglieder mit Stöpseln in den Ohren durch die Strassen ziehen, können die Texte auch gegenseitig vorgelesen werden. Die Reihenfolge muss übrigens nicht eingehalten werden, man kann sich den Rundgang problemlos auch selbst zusammenstellen.

Mehr Infos gibt’s hier

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